Das Erzählbild „Tiere im Wald“ regt zum Entdecken, Vermuten,
Fragen und Sprechen an und ist deshalb ein Lehrmittel bereits
für junge Kinder. Ideal kann es in Kombination mit dem
Erzählbild „Kinder im Wald“ genutzt werden, da derselbe
Waldausschnitt betrachtet wird und die Kinder intuitiv
Verbindungen, aber auch Unterschiede zwischen den beiden
Motiven finden können. Auch die didaktischen Materialien beider
Bilder können hervorragend in Kombination eingesetzt werden. So
können Kinder z. B.selbst herausfinden, welche Tiere tag- bzw.
nachtaktiv sind.
Die Bilder fördern in besonderem Maße die Beobachtungsgabe,
räumliche Vorstellung und Orientierung, regen die
Sprachförderung an und unterstützen sie in einzigartiger Weise.
Sie können in verschiedenen Phasen betrachtet werden, die
aufeinander aufbauen, die aber auch Raum für eine eigenständige
Themenbehandlung lassen.
Dieses Erzählbild zeigt die Tiere des Waldes auf einer Lichtung
im Mondschein. Im Unterschied zum Tag, an dem auch Menschen im
Wald sind, ist nachts alles anders. Die besondere abendliche
Stimmung mit Mondlicht und Tieren bei verschiedenen Aktionen
soll die Kinder anregen, den Wald als schützenswertes Ökosystem
für Menschen und Tiere zu betrachten und ihm mit Respekt und
Wertschätzung zu begegnen. Der Wald ist ein natürlicher Lebens-
und Erfahrungsort für viele Bereiche der kindlichen
Entwicklung. Die Kinder erleben die Natur in ihrer
Einzigartigkeit, finden Zugang zu ihr und der Umwelt und ihrem
eigenen selbstbestimmten Tätigsein, dem Spielen, Forschen,
Entdecken und Begreifen. Sie fühlen sich wohl und geborgen und
stärken ihr Immun- und Abwehrsystem. Alle Sinne werden
angeregt, aber auch soziale und emotionale Fähigkeiten wie
Vorsicht, Rücksichtnahme und Achtsamkeit gefördert.
Bewegungssicherheit, Selbstvertrauen, Fantasie und Sprache
bilden sich heraus. Die Konsequenzen des eigenen Handelns
werden direkt erlebbar. Ihre eigenen Erfahrungen beim Spielen
im Wald, beim Wahrnehmen von Gerüchen, Geschmäckern, Farben und
Geräuschen, Materialbeschaffenheiten, Bodenstrukturen und
Tasterfahrungen spielen dabei eine wichtige Rolle und haben
einen hohen Aufforderungscharakter, selbst aktiv tätig zu
werden. Dazu gehört auch, geeignet bekleidet und ausreichend
geschützt zu sein.
Der Wald ist der natürliche Lebensraum für viele Tiere und
Pflanzen und ein unbedingt zu schützendes ökologisches System.
Deshalb ist wichtig, dass die Kinder lernen, wie und wo Tiere
im Wald leben. Am Abend und in der Nacht, wenn keine Kinder
mehr im Wald sind, „gehört“ der Wald den Tieren. Mittels einer
kleinen Waldgeschichte werden die Kinder visuell eingeladen,
sich auf Entdeckungsreise in den nächtlichen Wald zu begeben,
um gemeinsam Gesehenes zu erzählen und zu beschreiben und es
mit ihrem eigenen Erfahrungswissen zu vergleichen. Dabei
erfahren sie auch, dass der Wald ähnlich wie ein Haus aus
mehreren Etagen aufgebaut ist und darin die unterschiedlichsten
Tiere leben. Außerdem können sie Lieder, Gedichte und
Fingerspiele über den Wald und die Tiere erlernen, Eulen
basteln, gemeinsam eine Vogelhochzeit durchführen und dafür
leckeren Haselnusskuchen backen. Die Tierpantomime mithilfe der
Suchkarten verlangt von den Kindern Kreativität und
Improvisation. Den Wald aus der Perspektive der Tiere zu
erleben, soll Anlass dafür geben, sich mit dem Lebensraum und
Ökosystem „Wald“ noch viel intensiver zu beschäftigen.